Wuhu Reiseführer

Wuhu, China

By the Travel Wiki editorial team

Eine Flussstadt zwischen Handel und Geschichte

Wuhu liegt am südöstlichen Ufer des Jangtsekiang in der Provinz Anhui, etwa 90 Kilometer südwestlich von Nanjing. Die Identität der Stadt ist tief im Handel vergangener Jahrhunderte verwurzelt. Der Name selbst – was so viel wie „bewachsener See“ bedeutet – täuscht über die eigentliche Bedeutung der Stadt hinweg: Bereits während der Ming-Dynastie entwickelte sich Wuhu zu einem bedeutenden Handelszentrum und etablierte sich als einer der vier großen Reis-Marktplätze Chinas, eine Rolle, die sie bis heute beibehalten hat. Das Flussufer atmet noch immer diesen merkantilen Geist, doch Wuhu ist zugleich ein Ort der Ruhe: Hier kann man am Ufer spazieren gehen, einen buddhistischen Tempel aus der Tang-Dynastie besuchen oder auf einen Hügel steigen, um das Erblühen der Frühlingsblumen über der Stadtlandschaft zu beobachten.

Sehenswürdigkeiten am und hinter dem Fluss

Der Yangtze Riverside Park erstreckt sich entlang der Binjiang Road im Bezirk Yijiang. Er bietet Spazierwege und Gärten mit freier Sicht auf den Fluss – eine öffentliche Grünanlage, die man problemlos einen Nachmittag lang ohne Eintritt besuchen kann. Der Mirror Lake (Jinghu Lake) liegt im Herzen der Stadt und ist rund um die Uhr zugänglich; dieser urbane See lädt sowohl zu zielgerichteten Spaziergängen als auch zu ziellosem Schlendern ein und ist von fast allen Vierteln aus per Bus oder Monorail erreichbar.

Für historische Monumente empfiehlt sich der Guangji-Tempel nahe dem Berg Zhe, nur zehn Minuten vom Stadtzentrum entfernt. Der Tempel stammt aus der Tang-Dynastie und beherbergt die Zhe-Pagode, ein Bauwerk aus der Zeit der Nördlichen Song, das Jahrhunderte voller politischer Umbrüche und Kriege überdauert hat. Der Berg Zhe selbst lohnt einen Aufstieg: Die Wanderwege sind von morgens bis zum Abenddämmerung geöffnet. Vom Gipfel aus bietet sich ein klarer Blick über Wuhu, der besonders im Frühjahr, wenn die Blumen blühen, eine besondere Pracht entfaltet.

Ein Tag außerhalb der Stadt

Das Maren Qifeng Scenic Area liegt nahe dem Bezirk Fanchang und bietet eine wildere Atmosphäre als die städtischen Parks: Bergpfade, eine Glasbrücke für Fans spektakulärer Architektur und Rafting auf dem Fluss, um die Landschaft von Anhui aus der Perspektive des Wassers zu erleben. Die Kulisse ist authentisch – es sind jene dramatischen geologischen Formationen, die die Siedlungsstrukturen in dieser Region seit Jahrtausenden prägen. Der Macrolink Beluga Ocean Park im Bezirk Fanchang verfolgt einen anderen Ansatz und präsentiert das Leben unter Wasser durch Ausstellungen und Vorführungen; er ist vor allem für Familien mit Kindern attraktiv, wobei die Aquarien auch für Reisende ohne Begleitung ihren ganz eigenen Charme besitzen.

Reis, Garnelen und der Geschmack des Jangtsekiang

Die Küche von Anhui prägt die kulinarische Kultur von Wuhu, geformt durch die Ressourcen des Flusses und die landwirtschaftlichen Traditionen der Provinz. Die „Stinky Mandarin Fish“ (臭鳜鱼) sind das Markenzeichen von Wuhu – ein fermentierter Fisch mit einem intensiven Aroma, das nach dem ersten Moment weicht und Platz für einen komplexen, reichen Geschmack macht. Die Wuhu-Garnelen-Nudeln (芜湖虾子面) bestehen aus handgezogenen Nudeln mit frischen Flussgarnelen; das Gericht ist direkt mit dem Fang des Jangtsekiang und der langen Geschichte der Stadt als Handelsknotenpunkt am Fluss verbunden.

Für Teeliebhaber bietet das Riverside Teahouse an der Binjiang Road lokal angebauten grünen Tee zu traditionellen Preisen (ab ca. 20 RMB) in einer Atmosphäre, die direkt zum Wasser hin ausgerichtet ist. Das Jinghu Café nahe dem Mirror Lake serviert modernen Specialty Coffee ab etwa 25 RMB für jene, die eine zeitgenössische Alternative suchen. Für den Abend bietet die Sky Bar im obersten Stockwerk des Wuhu Wanda Plaza einen Panoramablick über die Stadt; das Yangtze Brewpub an der Hexie Road braut eigenes Craft Beer und zieht ein treues Publikum aus Einheimischen und Expats an, die handwerkliche Qualität gegenüber Massenprodukten bevorzugen.

Beste Reisezeit

Der Frühling bringt Blütenpracht auf den Berg Zhe und milde Temperaturen, die das Flanieren am Flussufer und am See angenehm machen. Im Sommer erlebt die Stadt die subtropische Hitze, die für weite Teile Anhuis typisch ist; sie ist zwar nicht unerträglich, macht aber anstrengende Wanderungen weniger attraktiv. Im Herbst kehrt das gemäßigte Wetter zurück. Der Winter ist kühl, aber selten so streng, dass er Erkundungen im Freien einschränkt.

Erkundungstipps für die Stadt

Wuhu belohnt Reisende, die eine lebendige Handelsstadt erwarten und keine bloße Museumskulisse. Hier kann man einen Vormittag in einem antiken buddhistischen Tempel verbringen, zu Mittag fermentierten Fisch essen – der viel besser schmeckt, als er riecht –, den Nachmittag am Ufer des Jangtsekiang verbringen und den Abend in Vierteln ausklingen lassen, in denen das tägliche Leben der Stadt pulsiert. Auf dem Wuhu Night Market werden noch immer Waren wie Bambuschnitzereien und Eisenmalereien gehandelt, die einst zusammen mit Reis und Seide über diese Routen transportiert wurden. Wenn Sie unsicher sind, beginnen Sie am Mirror Lake; er liegt zentral und vermittelt Ihnen sowohl ein Gefühl für die Geografie als auch für den Charakter der Stadt.

Sources

  1. Wuhu
  2. Wikivoyage: Wuhu

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